Weiter geht's :)

Schweren Herzens verabschieden wir uns von Pushkar und machen uns auf den Weg nach Bikaner. Schon auf dem Weg dort hin merken wir, dass wir uns der Wüste nähern. Die Sonne brennt und der Hals wird immer trockener. Schon nachdem wir in die Stadt fahren, merken wir, dass dies kein Ort sein wird, der unser Herz erwärmt. Es ist laut, voll und trist. Trotzdem erkunden wir die Stadt, in der Hoffnung doch noch eine schöne Ecke zu finden.
Auf dieser Suche sprach uns ein junger Inder an. Hercules, so heißt der Gute. Er ist 26 Jahre jung, ein wenig der deutschen Sprache mächtig und fährt uns kurzer Hand mit seinem Motorbike in den schönen Garten eines Freundes. Hier machten wir es uns in der Hollywoodschaukel gemütlich und führten ein langes, interessantes Gespräch. Huhu man, dieser Mensch ist nämlich wirklich berindruckend. Seit über 80 Jahren ist seine Familie im Besitz eines Unternehmens, welches Kamelwolle und Seide zu Textilien aller Art verarbeiten und international an große Konzerne und Designer verkaufen.(Unter Anderem Prada und Armani Home). Es ist durchaus interessant zu erfahren was sich hinter dem Schild "made in India" verbirgt.
Herkules ist überwiegend für den Vertrieb nach Europa verantwortlich und reist aus diesem Grunde viel umher. Auf einen seiner Reisen lernte er einen Mann kennen, mit dem er nun in Österreich eine Hilfsorganisation aufbaut, mit deren Hilfe im indischen Rajasthan, eine Schule für die bildungsfernen Kinder aus den ländlichen Gegenden, gebaut werden soll. Er ist für den Austausch zwischen Indien und Österreich zuständig.
Dies genügt Herkules wohl noch nicht, so managet er den befreundeten, international bekannten Gypsimusiker und organisiert seine Tournee durch Indien. Ebenso schloss er Bekanntschaft mit dem recht bekannten deutschen DJ Dunkelbunt. Dessen Musik Clara Hanna lustigerweise gerade einen Tag zuvor auf ihrem Handy zeigte. Herkules möchte nun beide Künstler zusammenbringen und ein gemeinsames Album mit ihnen aufnehmen. Wen man so alles auf den Straßen trifft, die Welt ist klein. :)
Durch diese Begegnung wurde unsere Zeit doch ereignisreicher als gedacht. Trotz alledem verlassen wir Bikaner schon am nächsten Morgen um uns auf den Weg in die Wüste zu machen. Von Bikaner aus ging es Richtung Jalsaimer und von dort aus nochmal ungefähr 1-2 Stunden Autofahrt richtung pakistanische Grenze. Angekommen in der Thar-Wüste wurde auch direkt aufgesattelt. Unsere Kamele Bubbluu (15 Jahre) und Jalluu (10 Jahre) waren zwei sehr putzige Wesen. In der Regel werden Kamele bis zu Zwanzig Jahre alt. Mit ihren Pfeif- und Grunzgeräuschen, ihren schnuckeligen, unbekümmerten Blicken, sowie ihrer gemächlichen Art, brachten sie uns häufig zum schmunzeln. Nun ging es mehrere Stunden durch die Hitze der Wüste. Ordentlich durchgeschaukelt, haben wir von hier oben aus, einen wunderbaren Blick. Weite, goldener Sand, soweit das Auge reicht. Hin und wieder findet man ein Bäumchen oder besser: Gestrüpp, was einem etwas Schatten spenden kann, den man sonst nicht findet. Weit und breit ist kein Leben zu sehen, nur selten trifft man auf ein einsames Zieglein und rasch vorbeisausende Käfer.
Der Wind malt schöne Muster in den Sand und sorgt für eine frische Brise. Es hat schon irgendwie etwas meditatives an sich, so durch die Weite zuschaukeln. Der Klang der so sanft gesprochenen Gebete des Kamelführers und nicht zuletzt auch die, vom Kamel ausgehende, Ruhe, färbt auf unsere Gemüter ab.
Hin und wieder rasten wir und sind sehr verwundert, als aus dem Nichts urplötzlich ein Mann auftaucht, der uns Bier und Chips verkaufen möchte. Unsere Kamelführer sind sehr verärgert über den Ruhestörer und bitten uns, diesen zu ignorieren.
Noch steht die Sonne gleißend hell am Himmel, nun heißt es absatteln und auf den Sonnenuntergang warten. Wieviele Stunden genau vergehen bis die Sonne untergeht, wissen wir nicht. Wir sitzen im warmen Sand und die ebenso warmen Farbnuancen der untergehenden Sonne, erzeugen ein unheimlich wohliges Gefühl in unseren Bäuchen und Seelchen :)
Doch recht schnell kühlt es ab und schwuppdiwupps trugen wir Wollsocken in unseren Tevalatschen. ;)
Da Clara die Anzeichen einer Grippe verspürte, entschieden wir uns dagegen, die Nacht, wie geplant, in der Wüste unter freien Himmel zu verbringen. Stattdessen schliefen wir in den kleinen Hütten des Wüstendorfs. Am Abend gab es hier am Lagerfeuer traditionelle Tänze und Gesänge zu bewundern. Es war eine gute Entscheidung die Nacht im Dorf zu verbringen, denn auch hier bibberten wir schon, trotz zwei Decken plus unser Schlafsäcke.
Noch ganz beseelt von dieser Erfahrung machen wir uns am nächsten Tag auf nach Jaisalmer. Wir hoffen sehr, dass es euch gut geht?!
Küsse aus Indien!

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