Sa-wat-dee Thailand

Mit Airasia landeten wir in den frühen Morgenstunden auf thailändischem Boden. Nach einem Blick auf die Uhr wurden die Yogamatten ausgerollt und für ein paar Stunden am Flughafen geschlummert. Mit dem ersten Bus ging es nun nach Banglamphu, Bangkoks Backpackerviertel.
In dem mit Holzlatten ausgelegten Bus beobachten wir sogleich ein verblüffendes Szenario. Ein junges Pärchen stieg ein, mit ihrem etwa einjährigen Kind im Arm. Die neben uns sitzende, dieser Kleinfamilie scheinbar völlig fremde thäiländische Dame , streckte ihre Arme aus und setzte das kleine Geschöpf auf ihren Schoß. Die Eltern ließen dies, unbeeindruckt und ohne jeglichen Wortwechsel, unbeeindruckt von statten gehen und drehten sich in Ermangelung an Sitzplätzen, stehend, in die entgegengesetzte Richtung.
Wir erreichten Banglamphu. Dieses Viertel gehört zum historischen Teil der Stadt, beherbergt die meisten Sehenswürdigkeiten, Chinatown ist nicht weit, es gibt unzählige internationale Essensmöglichkeiten und die "Kao San", eine Straße, die förmlich dazu aufruft, die Nächte zum Tag werden zu lassen.
Unterkünfte sind in Bangkok recht "teuer". Für zehn Euro (400b) kriegt man eine Art Raumbox, die neben einem Bett nur einen Ventilator enthält und von Ästhetik wohl noch nie was gehört hat. Da waren wir wirklich verwöhnt in Indien. Für 2/3 Euro konnte man hier in einfachen aber süßen Zimmerchen mit eigenem Bad und Balkon nächtigen.
Nichtsahnend verbrachten wir unsere erste Nacht nahe der "Kao San". Schon am Nachmittag bekamen wir zu spüren, dass sich das Partyvolk hier nicht mehr einkriegt. Ganz besonders in diesen Tagen, denn äußerst überschwänglich wird hier das "Songkran-Fest" zelebriert. Mitte April beginnen nicht nur Thailand sondern auch Laos, Kambodscha und Myanmar (Birma) ihr Mondneujahr mit religiösen Zeremonien und symbolischem Wasserwerfen. Auf den Straßen Bangkoks fanden nun also regelrechte Wasserkriege statt. Mit einer Menge Alkohol und Drogen wurde zu elektronischer Musik gesungen, geschrien und getanzt und das fünf Tage lang. Stellt euch bitte vor, wir würden Silvester allein nur drei Tage lang zelebrieren..ist das eine nicht etwas beängstigende Vorstellung?
Wir fanden uns also in der vollkommenen Ausartung wieder. Autos mit Schlagzeugen auf der Ladefläche, auf Balkonen spielen Bands, Dauerbeschallung von großen Bühnen, überall Stände mit allerlei Fresschen, Wasserpistolen und wasserdichten Taschen zum Verkauf, Container mit Eisblöcken (welche die "Munition" zu Eiswasser werden ließ) und die Straßen voller, vor Vergnügen hopsender, lachender, sich gegenseitig mit Wasser und weißer Puderpaste bespritzenden Menschen.
Für uns unvorstellbar wie man auch nach fünf Tagen noch so inbrünstig, freudig und vor allem auch körperlich feiern kann, als wäre es der erste Tag.
So waren wir doch recht froh, als wir, nach einigem Suchen, in einer "Soi" (Gasse) mitten im ganzen Spektakel, trotzdem ein ruhig gelegenes Guesthouse fanden. Für Bangkoker Verhältnisse sogar recht günstig. Mit 250 b die Nacht zahlten wir hier in etwa 6 Euro. Auch hier sind die Zimmer klein und geschmacklos, doch das Haus ist süß und alles unglaublich familiär. So mussten wir, um zum Badezimmer zu gelangen, das Wohnzimmer der Familie passieren, wo man Nachts auch gern mal über die schlafende Mama stolperte;).
Draußen auf dem Hof saßen Familie und Traveller in netter Runde beisammen, drinnen wird Fernsehen geguckt und Mama kocht leckere Thaispeisen.
Da eine von uns noch immer vom körperlichem Zerfall geplagt war, konnten wir an der "Sonkran-Feier-Schlacht" nicht wirklich teilhaben, vielmehr erfuhren wir nach einem Krankenhausbesuch, dass Parasiten ihre eigene Party veranstaltet hatten. Doch dank der richtigen Medikamente gewannen wir zumindest diese Schlacht. Auch von der Anderen wurden wir recht bald erlöst und so konnten wir, wenn auch leicht geschwächt, die Invalidenwaagerechte verlassen, durch die nun "leeren" Straßen schlendern und die Stadt erkunden.
Bangkok ist groß, wie ein Labyrinth, überall passiert was. Restaurants, Lädchen, Stände, Gassen, es riecht nach gegrilltem Fleisch und im Gegensatz zu Indien ist es sehr sauber. Und leise. Statt Hupen, heiligen Gesängen, Kühen an jeder Ecke und den rufenden Marktverkäufern, hören wir hier Fernsehgeräusche und das quakende Thailändisch. Für uns noch unvorstellbar, dass diese Laute irgendeinen Sinn ergeben;).
Hier gibt es sogar richtig klimatisierte Taxis, mit denen man für wenig Geld durch die Gegend fahren kann (in Indien schließlich nur Túktúks).
Außerdem Busfahrpläne, an deren Zeiten man sich sogar halten kann, schicke Skylinebahnen, ein großes strukturiertes funktionierendes Gefüge, Zivilisation halt.
Für uns erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig. Völlig ambitioniert und handlungsbereit treten wir der neuen Stadt entgegen, doch wir müssen garnichts tun. Wir ertappten uns dabei, dass uns in den ersten Tagen zeitweilig das Gefühl von "Ausgeliefertensein" überkam. Wenn beispielsweise gerade kein Bus fährt, dann fährt auch kein Bus und wenn die Taxifahrer sich weigern dich in bestimmte Stadtteile zu fahren, dann stehst du dumm am Straßenrand. In Indien heißt es nicht umsonst, "everything is possible".
Ein bisschen kann die Zivilisation aber auch auch Spaß machen. Man kann ins Kino gehen, Vollkornbrötchen mit Brie und Salat essen (wenn man dann wieder kann ;-)), durch klimatisierte Shoppingmalls schlendern, kalte Getränke trinken und man muss nicht ständig mit Pannen jeglicher Art rechnen.
Wir werden hier nicht mehr an jeder Ecke angesprochen, angelächelt und beobachtet, viel mehr wird neben uns hergelebt und im gegebenen Fall freundlich, nichts sagend angelächelt und abgenickt.
Was so wirklich in den Köpfen der Menschen hier geschieht, ist uns noch unergründbar.

Im Gegensatz zu den indischen Großstädten, könnten wir Bangkok Stressfrei und irgendwie mit einer Art Leichtigkeit erleben. Es hat Spaß gemacht durch dir Straßen zu schlendern, dem Großstadtleben beizuwohnen, auf zu schnappen, mit der Fähre den Chao-Phraya-Fluss entlang zu schippern und die große goldene Buddhastatur zu begutachten. Mit der Erkundung dieser zu Metropole sind wir allerdings noch nicht fertig, denn Bangkoks Flughafen, als DER Hafen Süd-Ost-Asiens, wird uns mit dem Auslaufen unseres Visums - in vier Wochen - wieder willkommen heißen.
Und wir sagen nun auf Wiedersehen.
Heeey, ab in den Süden....
Mehr verraten wir euch noch nicht :-)
Wir denken am euch !

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