Samstag, 6. April 2013

Aschramexil

In der von Kochi etwa eine Stunde entfernten indischen Kleinstadt "Allepey", ging es mit einer Fähre durch Keralas Backwaters. Wir schipperten durch die von Palmen gesäumten Kanäle , an Reisfeldern vorbei, wo wir schon von weiten, an den bunten Farbklecksen in der grünen Weite, die indischen Frauen in ihren Saris bei der Feldarbeit entdeckten. Vom Wasser aus kann man einen Blick auf das dörfliche Leben erhaschen was sich entlang der Ufer abspielt und sonst ohne weiteres nicht möglich ist. Denn viele der Dörfer hier sind sehr isoliert und die Wasserläufe dienen auch heute noch als die Hauptverkehrswege.
Beim Aschram des weiblichen Gurus Matha Amrithanandamayi auch "Amma" (Mutter) genannt, verließen wir mit wackeligen Beinen und noch ganz beduselt von den schönen Eindrücken, die Fähre.
Amma hat auch den Ruf der "umarmende Mutter", in stundenlangen Zeremonien hat sie mittlerweile schon mehrere Millionen Menschen umarmt. Ihr geht es darum Trost und Liebe in der Welt zu verbreiten. Auch international findet sie Anerkennung und auf ihren zahlreichen Tourneen, sorgt sie dafür, dass Jedem , die von ihr gehaltenen Vorträge, geführten Meditationen und Musik, kostenfrei zugänglich ist.
Hier im Aschram, ihrer Geburtstätte, hat sie ein spirituelles Zentrum aufgebaut und gleichzeitig ist es der Sitz ihrer Organisation "embrassing the world".
Die drei Hauptziele dieser Organisation sind Armutsbekämpfung, das ermöglichen von Bildung und Frauen den Weg in die Unabhängigkeit zu ebnen.
So ermöglicht sie beispielsweise die Renovierung von Hütten in Slums, vergibt Mikrokredite, hat schon über 100.000 Stipendien vergeben und errichtete nicht weit vom Aschram entfernt 5 verschiedene Universitäten. Religion und Herkunft spielen für die Hilfsorganisation keine Rolle.
Der Aschram liegt auf einer Landzunge inmitten von Palmen und kleinen Dörfern. Im Zentrum befindet sich ein großer Tempel der von Plattenbauten umgeben ist.
Dies verwunderte uns zunächst ganz schön, doch wie wir später erfuhren, musste auf den großen Andrang der Menschen die aus aller Welt hier her kommen um einige Tage, Woche, Monate, Jahre oder auch ihr ganzes Leben hier zu verbringen, reagiert werden.
Es ist eine bunte Mischung aus gläubigen Indern, Westlern und den indischen Studenten der nahegelegenen Universitäten Ammas. Schon gleich nach unser Ankunft wird uns bewusst, dass hier alles sehr organisiert ist. Wir bekamen sofort ein Zimmer zugewiesen , Regeln für das Zusammenleben in die Hand gedrückt und eine Führung durch den gesamten Aschram.
Im elften Stock des ersten Plattenbaus rechts, fanden wir nun also unsere Bleibe für die kommenden Tage. Ein kleines sehr spärlich eingerichtetes Zimmer in dem sich außer einem Tischchen und 3 Matten auf dem Boden, nichts weiter befand. Es erinnert uns etwas an ein Knastidasein. Aber es gibt wohlgemerkt ein Bad mit europäischen Klo und funktionierender Dusche ;)
Eine Übernachtung kostet 250 Rupie (3,55€) , allerdings sind alle drei indische Mahlzeiten mit inbegriffen und unsere seit neustem sehr geliebte heiße Milch .
Zu bestimmten Zeiten findet morgens, mittags und abends die großeFütterung in einer mächtigen Halle statt. Mit dem Aluteller in der Hand heißt es sich in eine Schlange einzuordnen und darauf zu warten, bis man an der Reihe ist und einem mit den riesen Kellen, der Reis mit den Curry des Tages auf den Teller geklatscht wird.
Bei Reis am Morgen, Reis am Mittag und Reis am Abend, könnt ihr euch sicher vorstellen, wie erfreut wir waren, als wir das kleine Restaurant erblickten, das einem leckere europäische Speisen zu günstigen Preisen zugänglich macht.
In dem Tempel im Zentrum des Aschrams wird gemeinsam gesungen, gebetet und es werden die vielfältigsten Zeremonien durchgeführt. Zu bestimmten Zeiten finden morgens Gebete und Yoga statt. Zum Sonnenaufgang sowie zum Sonnenuntergang gibt es eine angeleitete Meditation am Strand. In den späteren Abendstunden werden Mantras gesungen, die Frauen im Tempel und die Männer in der großen Essenshalle.
Wir konnten uns vor allem fürs Yoga begeistern. Mit unseren neuen Yogamättchen im Gepäck werden wir hoffentlich auch die nächsten 6 Monate noch Yoga(ktiv) bleiben :)
Nach unseren mittlerweile 6 vergangenen Wochen , in denen wir Spontanität gelebt haben und das Gefühl den Takt angab, bedurfte es einiger Umgewöhnung an das Regelhafte.
Den meisten Menschen denen man begegnete trugen weiße Kleidung und auch sonst stehen bedeckte Schultern und Beine auf der Kleiderordnung.
Das Leben hier im Aschram erinnert etwas an ein kommunales Zusammenleben und durch die gute Organisation scheint alles unabhängig von der Außenwelt zu funktionieren. Es gibt ein eigenes Krankenhaus, eine kleine Druckerei, das Essen wird selber zubereitet und sogar die meisten der im Souvenirshop zum Verkauf stehenden Produkte werden selber hergestellt. Die Verarbeitung des Abfalls, die Gartenarbeit, das Reinigen der Tempel, die Versorgung der eigenen Kühe und jegliche anderer Posten, sei es Information, Organisation oder Verkauf wird durch Freiwilligenarbeit eines Jeden geleistet. So soll ein Jeder nach seiner Ankunft den "Seva-desk" aufsuchen um sich zu informieren wo gerade Hilfe benötigt wird. In der Regel arbeitet man dann im Schnitt 2-4 Stunden täglich und kann den Rest des Tages seiner Spiritualität nach gehen und frei von Anforderungen oder Druck, in den Tag hinein leben.
Über dieser eigenen kleinen Welt schwebt eine Harmoniewolke. Wir blicken in beseelte, lächelnde Gesichtern und nehmen eine unglaubliche Ruhe wahr.
Diese spirituelle Ernsthaftigkeit empfinden wir als etwas bedrückend. Ein ausgelassenes Lachen hört man hier nicht und auch unbedachte kecke Sprüche oder andere Art von Späßchen scheinen hier nicht zu existieren. Zu gern würden wir einmal mit dem Kochlöffel die gesamte Suppe umrühren und ein bisschen Gedankenbewegung und Leichtigkeit in das ganze Geschehen bringen.
Mit zunehmender Zeit begann es uns in den Fingern zu kribbeln und wir ertappten uns bei dem Gedanken, wie es wäre, die Grenzen hier auszutesten und die Menschen mal etwas herauszufordern. Was würde es beispielsweise für Reaktionen geben, wenn wir einfach mal laut Aufschreien, jemanden zum tanzen auffordern oder nackt durch den Aschram rennen?!
In einem so gut funktionierenden System, in dem jeder mit dem Gefühl von Sicherheit und Unbeschwertheit sein Glück leben könnte, bleibt es uns bis zum Schluss unverständlich warum so unlocker ?!
Des weiteren machen wir uns Gedanken darüber ob die Menschen, die lange Zeit in dieser durchaus realitätsfernen Welt gelebt haben, sich überhaupt noch in einem Leben außerhalb des Aschrams zurechtfinden würden?!
Wie ein gezähmter Hund, denn man der Wildnis aussetzt.
Nach über 5 sehr eindrucksvollen Tagen hier im Aschram freuen wir uns weiter zu ziehen und wieder selbstverantwortlich, spontan und frei, uns nach Gefühl treiben zu lassen!

Alles Liebe zu euch!

Kerala wir kommen ..

Nach 11 Stunden Busfahrt, erreicheh wir, das in Zentral- Kerala liegende Kochi.
Kochi ist eine Großstadt mit 1,36 Millionen Einwohnern. Soweit das Auge reicht leuchten uns Reklametafeln entgegen, wir sehen Kinowerbung, fahren an großen Shoppingmalls vorbei und im Gegensatz zu den anderen Großstädten, dieser bisher gesehen haben, wirkt hier alles sehr fortschrittlich, organisiert und sauber. Auf den doppelspurigen Straßen, gibt es sogar Mittelstreifen, Zebrastreifen und Ampeln. Die Rikschas haben hier einen Festpreis Pro Kilometer.
Kochis Zentrum und Verkehrsknotenpunkt " Ernakulam" liegt auf dem Festland. " Fort Kochi" liegt auf einer ins Meer hineinragenden Landzunge und stellt den ruhigeren und verschlafeneren Teil Kochins dar.
Der Einfluss verschiedener Kulturen aus vergangenen Zeiten ist hier deutlich spürbar. Man findet riesige chinesische Fischernetze, uralte Moscheen, muslimische Viertel, portugiesische Herrenhäuser, einen niederländischen Friedhof, ein jüdisches Viertel mit Synagoge und eine katholische Basilika.
In gesamt Fort Kochi liegt der Geruch von Gewürzen in der Luft, auf Gewürzemärkten finden wir so allerlei Gewürze und die wir noch nie zuvor gesehen haben.
Auch Kunst ist hier sehr präsent, überall gibt es kleine Galerien, Kunst Cafes und in so gut wie jedem Lokal werden Bilder ausgestellt. Die Häuser sind bunt bemalt und die vielen großen aufwändigen Wandmalereien sind Überbleibsel des Kunstfestivals, dass hier von Anfang Dezember bis mitte März statt fand.
Fort Kochi hat etwas zivilisiertes und für indische Verhältnisse altes, prunkvolles und doch so idyllisches. Tourismus ist hier kein Fremdwort, doch man trifft kaum auf Backpacker sondern viel mehr auf Urlaubstouristen. Es ist zwar nicht überlaufenen an Touristen, doch kriegen wir von dem traditionellen indischen Leben, dass sich ja meist auf den Straßen abspielt nicht viel mit.

Nach einiger Suche fanden wir eine preiswerte Bleibe, da hier alles ein wenig teurer ist als in anderen Teilen Indiens. Es ist einfach, dich wir haben einen kleinen Balkon und einen Jesus an der Wand der uns skeptische blicke zu wirft.
Im Gegensatz zu OOty hatten wir Erfolg und schon am ersten Tag ging es mit dem Scooter wahllos, zick zack durch dir Gassen.
Die 5 Tage in Fort Kochi vergingen wie im Flug! Wir verbrachten unsere Zeit damit endlich mal unsere Wäsche zu waschen, unsere warmen Klamotten bei der Post zu verabschieden, mit dem Scooter bussy durch die Gegend zu touren , einen Tag auf der Insel Vippeen am Strand zu verbringen und einen Kochkurs zu machen. In der Küche eines indischen Zuhauses zeigte uns die Mama die Zubereitung von fünf verschiedenen Gerichten und gab uns eine Einführung in die Gewürzvielfalt Indiens.
An einem der Tage wurden wir auf unserem Scooter von lachenden Gesichtern mit knalligen Farbpulver beworfen. Bunt von Kopf Bus Fuß ging es, zur Zeremonie in den Tempel und am Ende des Farbenspektakels fuhren wir un einer Kolonne an den Strand des Ortes, um dort gemeinsam die Farben von unseren Körpern zu waschen, denn das Salzwasser eignet sich am besten dazu.
Es war ein wahnsinniges Bild, wie all die bunten und fröhlichen Menschen in den Wellen planschten.
Alle kamen hier zusammen jung, alt, Einheimische und Reisende.
Jedem den wir an diesem Tag begegneten grüßte uns mit einem strahlenden Gesicht und den Worten " happy holi" auf den Lippen. Aber warum das ganze Spektakel!?
In Deutschland kennen wir seit kurzem einige Partys, die sich am Holi Festival orientieren, in Saus und Braus wird im Farbenmeer gefeiert.
In Indien feiern die Hindus den Frühlingsanfang nach dem Mondkalende, in dem sie jeden in Reichweite mit gefärbtem Wasser und Farbpulver überschütten. Bei einem nächtlichen Feuer, werden die Dämonen vertrieben.
Dies ist vergleichbar mit unserem Ostefeue, bei dem ja bekanntlich die Hexe des Winters verbrannt wird.
Im Norden Indiens wird das Holi Festival noch viel ausgiebiger und größer gefeiert, denn dort wirkt sich der Beginn des Sommers viel stärker auf das Leben der Einheimischen aus.
In diesem Sinne Happy Holi und frohe Ostern.

Für uns geht es nun in die lang ersehnten Backwather, wir sind schon sehr gespannt. Bald mehr :-D liebst eure zwei Weltenbummlerinnen.

Ab in die Berge!

Nach den letzten Wochen der Hitze und Strand en masse, beschlossen wir, dass "Ooty", eine Hillstation in den Nigiri Hills (2424 Höhenmeter) uns eine schöne Abwechslung bieten könnte.
Dafür mussten wir eine wahrlich lange und anstrengende Reise antreten. Um 22 Uhr ging es mit dem Taxi zur etwa eine Stunde entfernten Trainstation. Diesen Luxus gönnten wir uns, da der letzte Localbus dorthin schon um 19 Uhr in Gokarna abfuhr und wir uns das 4 Stunden lange Warten im Dunkeln des Bahnhofs, ersparen wollten. Zufall und Glück ließ uns, kurz zuvor, auf ein Pärchen stoßen, welches dasselbe Problem hatte und das Taxi mit uns teilte.
Unser Zug sollte um 23.45 Uhr eintreffen. Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass man in Indien niemals weiß, was Zeitangaben konkret bedeuten, finden wir uns, von nun an (und ganz gegen unsere Gewohnheit) immer 45 min früher ein.
Im Endeffekt kam unser Zug dann um 4.30 Uhr. Na Prost Mahlzeit;) wir warteten ganze 5 1/2 Std am Bahnhof, der gerade mal aus einem Bahnsteig bestand, ohne jegliche Einkaufs- oder Einkehrmöglichkeit. In der gesamten Zeit gab es zwei Ansagen auf Hindi und sonst nichts, außer ein Haufen schlafender Inder. Sie schlafen übrigens Alle in der selben Position - die gute alte Fötusstellung und meist von Kopf bis Fuß mit einem Tuch bedeckt. Sehr praktisch, wenn man als europäische, weiße Mädchen allein am Bahnsteig das Gruseln kriegt ;)
Wir taten es den Indern also gleich, rollten unsere Jaakfelldecken aus und es dauerte nicht lange bis wir in Traumwelten schwelgten.
Wir haben nämlich das Glück überall und immer schlafen zu können. Hinzu kam wohl hier noch, dass wir die Nacht zuvor an dem verlassen Strand genächtigt hatten und der Schlaf hier etwas zu kurz kam. Richtig viel von der Warterei mitbekommen haben wir also nicht aber das andere Pärchen tat uns etwas leid .
Apropos, wir waren im Nachhinein sehr froh, dass Eine der Ziegen am einsamen Paradise Beach, Roberto eine Packung Kekse abluchste, die Clara etwas später erfolgreich zurück eroberte. Wir vergaßen Roberto diese wieder zu geben, welch ein Glück, so hatten wir wenigstens ein bisschen Verpflegung, denn Abends spät und in Zügen ist die Nahrungssuche eher weniger erfolgreich.
Mit einer gewaltigen Verspätung erreichte unser Zug dann gen Mittag eine Stadt in Kerala, von der wir gehört hatten, dass dort ein Bus nach "Ooty" fährt. Ihr könnt euch vorstellen wie heiß es im Zug wurde und wie anstrengend sich die Schlepperei unser Rucksäcke in der Mittagshitze gestaltete.
Der Bus hieß es, fährt 4 mal am Tag. Nach einigem Warten saßen wir sogar relativ schnell in der Schuckelkiste, die uns die nächsten 8 Stunden zunächst durch geschäftiges Stadtreiben, einen Palmendschungel, kleine Bergdörfer und unzählige Teeplantagen, die endlos wirkenden Bergstraßen hinauffuhr. Anstelle von unseren heiligem Freund der Kuh, begegneten wir hier unzähligen Äffchen:)
Die Natur ist wirklich beeindruckend und wo man nur hinschaut: grün, grün, grün.
Innerhalb etwa einer Stunde veränderte sich das Klima rasch von ca. 37 Grad zu gefühlten 15 Grad.
Überhaupt nicht mehr an "Kälte" gewöhnt, wurden erstmal die dicken Pullis rausgeholt, die wir zum Glück noch nicht wie geplant zurück nach Deutschland geschickt hatten.
Spät abends kamen wir dann endlich in "Ooty" an und waren wie ihr euch vorstellen könnt, sehr sehr kaputt.
Leider hat es sich noch nicht einmal richtig gelohnt.."ooty" ist recht groß, dreckig, trist und von der tollen Natur drumherum kriegt man hier nicht wirklich viel mit.
Die Unterkünfte waren auch nicht schön und dafür viel zu teuer. Trotzdem waren wir froh, als wir (dank Lonley Planet) um diese Uhrzeit eine halbwegs passable Herberge fanden.
Am morgen planten wir trotzdem optimistisch, einen Scooter zu leihen um zumindest ein bisschen die umliegende Natur zu erkunden. Daraus wurde leider nichts, denn es war nirgendwo ein Scooter auf zu treiben. Zu guter letzt fing es auch noch in strömen an zu regnen. Völlig frustriert machten wir kurzen Prozess: weg hier!

Gokarna

Auch wenn wir und gar nicht von Hampi trennen mochten, musste unsere Reise schon aufgrund der Hitze weiter gehen. Überrascht davon, dass uns ein Sleeperbus direkt von Hampi nach Gokarna bringen sollte, traten wir leichtfüßig diese so vermeintlich einfache Reise an. Natürlich hielt unser liebes Indien mal wieder ein paar Tücken bereit. Unser Bus sollte von der nächst größeren Stadt "Hospet" abfahren, die es zunächst einmal mit dem Localbus zu erreichen galt.
Mit ruhigen Gemütern, in letzte Gespräche vertieft, machten wir uns um 17 Uhr auf den Weg zum Localbus, der 30 min fahren sollte. Die Rucksäcke klebten an unser schwitzigen Haut. Endlich im Bus mit den Rucksäcken auf den Schößchen, schaukelte die Sauna los. Nachdem die Weile zu einer gefühlten langen Weile wurde und einem Blick auf die Uhr später, wurde uns bewusst, dass wir schon in etwa 10 Minuten am Bus sein sollten und dieser schon in 20 min abfahren sollte. So langsam wurden wir unruhig, zumindest in dem Maße, indem es unser Energiehaushalt zu ließ;)
Recht hektisch sprangen wir weitere 10 min später aus dem Bus und hetzten los. Doch unsere Suche nach dem Sleeperbus sollte sich als etwas schwierig gestalten. Unser Bus sollte vor der Travellagendcy abfahren, doch jeden den wir nach "Paolo Travells" fragten, zeigte auf andere Busse und wies uns in andere Richtungen. Mit roten Köpfen spurteten wir die Straße so einige Male hoch und runter, riefen gestresst "Paolo Travells", wofür wir einige belächelnde Blicke ernteten. Irgendwann fanden wir in einer Seitenstraße einen Bus auf dem der einprägsame Schriftzug "Paolo Travells" (blau/weiß) stand. Doch der Bus war leer! Im Gepäckladeraum fanden wir schließlich zwei schlafende Inder, die uns die frohe Kunde übermittelten, dass es gar keine Travelagendcy gibt und dieser Bus auch nicht nach Gokarna fährt. Mittlerweile war es schon eine halbe Stunde nach geplanter Abfahrt unseres Busses und die Suche ging weiter. Durch Glück sprach uns eine junge Frau an, die wohl unsere verzweifelten Blicke wahrgenommen hatte. Sie erklärte hilfsbereit, dass unser Bus aus dem Hinterhof eines Hotels abfahren wird und das eine Stunde später als es auf unserem Ticket stand. Erleichtert fanden wir uns in dem besagten Sleeperbus wieder, der eigentlich nicht nach Gokarna fahren sollte . Indien lässt grüßen;)
Nach acht Stunden Fahrt, erreichten wir früher als geplant schon gegen 3 nachts den etwas außerhalb gelegenen Busbahnhof, von dem es noch einen weiteren Bus zu nehmen galt. Unsicher wo genau wir aussteigen sollten, entschieden wir frei aus dem Bauch heraus. So saßen wir nun im Dunkeln des Busbahnhofs und wussten nicht so recht wohin. Neben uns ging es einer Gruppe von Spanisch sprechenden Menschen ähnlich. Eine Zigarette später beschlossen wir, uns eine zu teilen und uns auf den Weg zum 10 km entfernten Om-beach zu machen. Angekommen am dunklen Strand beschlossen wir, dass die Suche im Dunkeln keinen Sinn machen würde und so entschieden wir kurzer Hand, alle zusammen Strand zu nächtigen. Schon hier entpuppten sich die 5 als sehr herzliche, aufgeweckte und lustige Gestalten.
Nach Sonnenaufgang fand sich schnell das schöne Guesthouse "Ganesh", in dem wir Tür an Tür, die nächsten 6 Tage verbrachten. Schon am ersten Tag fragten uns andere Traveller, wie lange wir Sieben schon gemeinsam reisen. Der Om-beach , mit der Form eines Omzeichens, bietet nicht nur den Backpackern ein beliebtes Reiseziel, vielmehr auch den indischen Touristen ein Spiel- und Plantschparadies. So schien es und manchmal , wir begegnen kleinen Kindern, die das erste Mal Wasser zu Gesicht bekommen;).
Die drei Mexikaner, Roberto, Mario, und Sebastian, wobei Letzterer mittlerweile in Barcelona wohnt, sind alle drei Fotografen und hatten immer ein lustiges Späßchen auf Lager. Uuma aus Valenzia untermalte das Ganze mit ihrem spanischen Temperament und ihrem ausgelassenen Lachen. Mimi, die Yogalehrerin, in Puerto Rico geboren, lebt mittlerweile in der Nähe von Boston und brachte mit ihrer gesetteten und zufriedenen Art ruhevolle Herzlichkeit in den Trubel.
Wir verbrachten unsere Tage hier, bei gemeinsamen Mahlzeiten, am Strand, beim Schwimmen, in Gespräche vertieft und lebten das gemeinsame Sein in seiner Einfachheit.
Mit Freude stellen wir gerade fest, dass wohl Jeder Jedem eine Kleinigkeit beigebracht hat, seies Yoga, Hullahoop oder das Schnitzen von Kokosnussschälchen.
Gemeinsam wanderten wir über die Klippen zu den Nachbarbuchten. In Kaudlibeach zum Beispiel erwartete uns eine große Gruppe von "Gypsie's" die zusammen am Strand musizierten, sangen, Hullahupp übten und Akrobatik-Yoga machten. In dem ganzen bunten Treiben liefen kleine fröhliche Hippiekinder umher, das ein oder andere mit Dreads, die mit einer solchen Unbeschwertheit und ohne Schüchternheit auf uns zu stürmten.
Im Gegensatz dazu fanden wir uns in Gokarna-beach an einem relativ dreckigem Strand am Stadtrand wieder.
Der Halfmoonbeach ist eine kleine Bucht in der es nur ein kleines Restaurant gibt. Hier zieht es Tagesausflügler hin, die sich nach Ruhe sehnen.
Nach einem Tagesausflug zum Paradise-Beach, beschlossen wir, hier unsere letzte gemeinsame Nacht zu verbringen. Gut ausgestattet mit Verpflegung, entschieden wir uns von einem kleinen Fischerboot dort hin bringen zu lassen, anstatt den langen Fußmarsch auf uns zu nehmen. Der Paradise-Beach ist klein und übersichtlich und es gibt hier nichts außer den weißen Sand des Strandes und den Palmen, die wie ein Zelt, das Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Hin und wieder verschlägt es irgendwelche verrückten Köpfe hierher um mit der Natur zu leben. So zum Beispiel auch ein Paar aus Frankreich welches hier schon seit zwei Wochen ihr gemütliches Lager aufgeschlagen hat.
Nicht nur das Zusammensein, das Lagerfeuer am Strand und das Geschichtenerzählen machten diese Nacht zu einer sehr besonderen letzten Nacht, sondern auch das durch die Dunkelheit so sichtbare Plankton im Wasser, hatte einen ganz besonderen Zauber. Sowas haben wir noch nie erlebt. Wenn wir uns im Wasser bewegten, leuchtete das Plankton wie kleine Sterne überall an unserem ganzen Körper und wir mochten gar nicht mehr aufhören im warmen Meer zu spielen;).
Am Morgen ging es zurück und am Abend hieß es Abschied nehmen. Für Alle ging die Reise in unterschiedliche Richtungen weiter.
Für uns nach "Ooty", einer Hillstation, in den Nigiri Hills.

Bis Bald, wir vermissen euch !!

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